Ich habe mit den drei corona-impfungen die ersten Symptome bekommen. Ich möchte die Impfung überhaupt nicht verteufeln, aber für mich war sie offenbar nicht das richtige. Dann bekam ich immer stärkere Symptome nach Infekten. Ich habe beim Arzt gesagt „so krank war ich überhaupt noch nie in meinem Leben“ die Antwort war: „so schlimm wird’s schon nicht gewesen sein, Sie können froh sein, dass wir hier keine Malaria haben“. In der Folge habe ich sowas gehört wie „wenn 45 Minuten Gartenarbeit zu viel sind, dann machen Sie halt eine halbe Stunde“ oder „Sie sind ja gerade auch sehr belastet, da kann das mit der Erholung schon mal was länger dauern“. Als ich schon bettlägerig war, das war Sommer 25, sagte ein Psychiater „diese Krankheit gibt es gar nicht“, das wissenschaftliche Konstrukt von ME/CFS würde ihm nicht gefallen und dass man noch mehr forschen müsse, das könne man ja immer sagen. Zu der Zeit hatte ich manchmal Angst, dass ich an ME/CFS sterben muss.
Die Versuche, in meiner Hausarztpraxis eine Behandlung zu bekommen führten dazu, dass ich letztlich der Praxis verwiesen worden bin. Die letzten Worte, die ich von der Praxis gehört habe, waren: „Ihren Rollstuhl können Sie sich beim Psychiater besorgen „. Kurz danach sind mein Mann und ich zu meinen Schwiegereltern gezogen, er in sein Kinderzimmer, ich in das seines Bruders. Die komplette Versorgung von mir war neben dem Beruf einfach zu viel für ihn. Ich kann mir nicht mal selber einen Kaffee kochen. Vor ein paar Monaten hat mein Mann mir die Haare abrasiert. Das Haarewaschen ist einfach zu anstrengend, da bin ich pragmatisch und trage lieber Glatze .
Einen ärztlichen Hausbesuch habe ich bis heute nicht bekommen. Meine Erkrankung ist weitgehend unbehandelt, denn dafür hat neben der Versorgung niemand mehr Energie. Der bürokratische Aufwand ist immens. Und ich kann nicht mal ein Telefonat führen.
Ich bin froh, dass ich keine Schmerzen habe, nicht im Dunkeln liegen muss und es noch selber zur Toilette schaffe. Im Grunde habe ich aber vor jedem Arztbesuch Angst, dass die Konsequenz der extremen Anstrengung sein könnte, dass genau das eintritt. Immerhin habe ich jetzt einen Optiker gefunden, der Hausbesuche macht. Schade, dass es einfacher ist, einen Optiker zu finden der das macht, als einen Arzt. Ich fühle mich wie ein rohes Ei, das von Behörden und Ärzten auf die Tischkante geschlagen wird.