Kerstin | 20

Meine Geschichte begann im August 2022.
In meiner Freizeit bin ich mit meinem Mann gerne in der Natur gewesen. Wandern, Fahrrad fahren ,neue Städte erkunden. Yoga und Workouts 3-4 X in der Woche.

Ich habe meinen Beruf als Pflegekraft in der Anästhesie geliebt.
Im Schockraum die ersten Covid Patienten zu betreuen war belastend und man war erleichtert, endlich einen Impfstoff zu erhalten.
Dann hat es mich erwischt.
Die Erkrang verlief mild. 10 Tage nach Erstbefund sollte ein Abstrich erfolgen den mein Chef durchgeführt hat. Auf dem Weg in die erste Etage hatte ich plötzlich massive Atemnot und hab noch gescherzt, das ich wohl noch nicht arbeiten kommen kann.
Meine Hausärztin hat mich weiter krank geschrieben und geraten, mich zu Bewegen und viel an der frischen Luft aufzuhalten. Gesagt, getan. Abklärung Pneumologe, Kardiologe ohne Befund. Die Beschwerden wurden schlimmer. Ist wohl eher die Psyche……Rehaantrag gestellt. 3 Wochen Sylt in der Pneumologie haben micht in den ersten Crash geführt.
Meine Hoffnung lag in der Covid Ambulanz. Der Besuch dort war eine Enttäuschung.
Es ging schleichend bergab und ich war mir sicher, die Psyche ist es nicht.
Nach einem Hausarztwechsel fühlte ich micht ernst genommen. Überweisung zum Neurologen. Leichte Besserung der Symptome und der Wunsch wieder zu arbeiten und am Leben teilzunehmen.
Ich habe es geschafft 6 Stunden tgl zu arbeiten, aber danach ging zuhause Nichts. Nur liegen und immer wieder der komplette Ausfall.
Meine Neurologin erkannte den Ernst der Lage und hat mich in einen neurologische Reha geschickt.
3 Jahre nach Infektion fühlte ich mich das erste Mal verstanden! Ich bekam die Diagnose ME/ CFS mit PEM. Es folgte ein Antrag auf Teilerwerbsminderungsrente, Sport war schon lange nicht mehr möglich und das soziale Leben komplett eingeschränkt.
Arbeiten wollte ich nicht aufgeben und so begann ich im Januar 2026 mit 4 Stunden tgl. 3 Monate habe ich es durchgezogen.
Jetzt bin ich wieder krank und zu 80% hausgebunden.
Mein Mann übernimmt den kompletten Haushalt, Freizeitgestaltung findet ohne mich statt und die soziale Isolation wird immer erdrückender.
Mich macht es wütend Alleine gelassen zu werden. Egal ob Medikamente, Pacingstrategie oder neuste Forschung. Wenn man sich nicht irgendwie selber hilft, ist man verloren. Vergessen in einem leistungsorientiertem System. Solange ich gearbeitet habe, wurde geklatscht, jetzt ausrangiert wie ein kaputtes Möbelstück!