Ich bin 19 Jahre alt. Im Frühjahr 2023 stand ich mitten im Leben, als ich krank wurde. Ein harmloser Virus (vermutlich Corona). Zumindest dachte ich das. Mehrere Wochen hat mich der Virus flach gelegt. Dann ging es mir besser. Ich hatte kaum noch Symptome und die die ich hatte, habe ich nicht ernst genommen. Dann kam der Herbst und mir ging es nach einer Reha zunehmend schlechter. Es folgten zahlreiche Besuche bei Ärzten und in der Notaufnahme. Da nichts gefunden wurde, hieß es, dass ich mir das nur einbilde. So ging es auch Anfang 2024 weiter. Mehrere Klinik Aufenthalte, wo sie auch nichts gefunden haben. Dann habe ich endlich einen Arzt gefunden. Dachte ich zumindest. Ich wurde ernst genommen und auch diagnostiziert. Allerdings eine Fehldiagnose, wie sich noch herausstellen sollte. Aufgrund dieser Fehldiagnose wurde mir geraten, in eine Psychosomatik stationär zugehen. Da ich dachte, dass sie mit dem Arzt zusammen arbeiten und das Erstgespräch postiv war, habe ich das gemacht. Sieben Wochen war ich da, bis meine Mutter mich rausgeholt hat. Die sieben schlimmsten Wochen überhaupt. Die Zeit in der Psychosomatik war geprägt von extremen medizinischen Gaslighting. Mir wurde nicht geglaubt, ich wurde liegen gelassen wenn ich nicht aufstehen konnte, ich wurde angeschrien, wenn ich etwas nicht konnte und Dinge über mich und meine Familie behauptet, die gar nicht stimmen. Das sind nur ein Bruchteil von dem was dort passiert ist. Aber als mich meine Mutter da raus geholt hat, ging es weiter. Die Psychosomatik hat an das Jugendamt ohne unser Wissen eine Kindeswohlgefährdung gemeldet. Auf einmal war alles anders. Einerseits habe ich und meine Mutter noch versucht herauszufinden was ich wirklich habe, andererseits wurden jetzt auch jeder Schritt den wir machten vom Jugendamt kontrolliert. Denn das Jugendamt war nicht auf unserer Seite. Im Oktober 2024 haben wir endlich einen Arzt gefunden, der sofort wusste, was wirklich mit meinem Körper los ist. ME/CFS. Endlich wusste ich, was mit mir los ist, aber glauben wollte mir immer noch keiner. Denn fürs Jugendamt ist es klar: Die Krankheit gibt es nicht und die Mutter ist Schuld. Paar Monate vergehen, wo das Jugendamt natürlich weiterhin uns kontrolliert. Bis dann Anfang 2025 das Jugendamt unseren Fall ans Familiengericht gibt. Denn es steht im Raum, dass ich aus der Familie genommen werden soll, da meine Mutter mich ja krank macht. Trotz bevorstehender Volljährigkeit besteht das Familiengericht und das Jugendamt darauf, das davor durch zubekommen. Dazu kommt es zum Glück nicht, da ich volljährig wurde. Durch die ganzen Strapazen der letzten Monate hat sich mein Zustand immer weiter verschlechtert bis Silvester 2025 der heftigste Crash folgte, den ich je hatte. Fortan war ich schwer betroffen und liege seitdem die meiste Zeit im Bett. Durch ein Medikament konnte sich mein Zustand mitte 2026 etwas verbessern. Aber bis heute geht es mir nicht gut. Dazu kommt noch, dass man so viel mit den Behörden kämpfen muss. Den Schwerbehindertenausweis haben wir mit 80% durchbekommen. Beim Pflegegrad sind wir vor Gericht. Das alles nur, weil ME/CFS so unbekannt und noch zu unerforscht ist.